7.
März

So sollte und so kann Schumann klingen - wie alte und neue Platten beweisen

Ein neues Label macht sich (hoffentlich nachhaltig) daran, die offenen Repertoirelücken in Sergiu Celibidaches Hinterlassenschaft aus der Münchner Zeit zu schließen! Mehr dazu gleich im dritten Absatz…

Dieses Weblog meldet sich nach einer Auszeit zurück - auf den besonderen Wunsch eines Lesers (siehe Kommentare zu “Celibidache - Wir brauchen mehr”) zu Sergiu Celibidache als Schumann-Dirigent. In diesem Artikel gab es zunächst keinen Grund, auf Schumann zu sprechen zu kommen, denn EMI hatte im Rahmen der Münchner Philharmoniker Edition fast keine Wünsche offen gelassen, es gab (gibt) die 2. Symphonie, gekoppelt mit Brahms’ Haydn-Variationen. Und eine meiner absoluten Lieblingsplatten: Schumanns 3. und 4. Symphonie aus der ersten EMI-Box von 1997. An diesen Mitschnitten zeigt sich, wie sehr der Verfasser besagten Kommentars mit seinen Einschätzungen richtig liegt. Unter welchem anderen Dirigenten hatten Schumanns Melodien je die Freiheit, derart weit auszuschwingen? Wohlgemerkt: Dies führt nicht zum Spannungsverlust, wie es Celi oftmals vorgeworfen wurde, sondern im Gegenteil zu einer Steigerung der Spannung bis ins Äußerste. Vom tiefen, beglückenden Musikerlebnis, das mit solcher Weite korreliert ist, ganz zu schweigen. Und was die Münchner Philharmoniker unter Celibidache aus dem magischen Übergang in den Schlußsatz der 4. Symphonie machen, entzieht sich schlichtweg der Beschreibung. Man muss es gehört haben…

Allerdings sind beide Platten, wie die Verlinkungen zeigen, mittlerweile nur noch antiquarisch bzw. im Ausland erhältlich. Hinsichtlich Anschaffungspreis und Verfügbarkeit lohnt es sich übringens, im Ernstfall auch amazon.co.uk und amazon.com zu checken. Bei beiden kann man mit seinem deutschen Kennwort, seinem deutschen Benutzernamen und der in der deutschen Amazone bereits registrierten Kreditkarte einkaufen. Und wenn die deutschen Anbieter nicht weitsichtig genug sind, die Dinge im Markt zu belassen, dann muss man sich eben oftmals anderswo behelfen.

Das neue Celibidache-Label heißt Altus. Dort sind drei neue Celibidache-CDs erschienen, sämtlich Live-Mitschnitte von 1986 aus Tokyo. Die Programme: Bruckner, Symphonie Nr. 5; Brahms Symphonie Nr. 4; Und: Eine CD mit Mussorgskys Bilder einer Ausstellung, und Schumanns 4. Symphonie! - Die hier noch gewaltiger ausfällt, als im Münchner Mitschnitt. Zu meiner eigenen Überraschung habe ich die Platten in Berlin bei Dussmann entdeckt. Amazon scheint sie noch nicht zu führen, wohl aber jpc (siehe Verlinkung eine Zeile weiter oben). Hoffentlich kommt da noch mehr…

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4 Reaktionen zu “So sollte und so kann Schumann klingen - wie alte und neue Platten beweisen”

  1. ubik

    Schumann ist einfach mein Lieblingskomponist. Danke für den Artikel!

  2. Flimbe

    “off topic”:
    Bei mir gibt es einen Tonkünstler-Kalender zu gewinnen! Nur noch heute…
    http://www.imkebehr.de/?p=453

  3. musikgourmet

    Sehr geehrter Herr Reiter,
    Ihr Blog ist für den”Musik-Blogger-Award” von Musikgourmet nominiert worden, weil ich es – u.a. Eigenschaften – richtig gut finde. Um die Nominierung anzuschauen können Sie mein sehr junges Blog Musikgourmet besuchen und um zu wissen wie Sie den “Award” annehmen können, finden Sie alle Informationen auf dieser Seite: http://www.imkebehr.de/?p=425
    Ich persönlich habe die Nominierung angenommen denn ich denke, die ist auch eine schöne Art interessante klassische Musik Blogs zu vernetzen.
    Viele Grüße,
    Juan.

  4. Edith Piemann

    Hallo,

    bitte schreiben Sie weiter! Schumann ist fast mein einziges musikalisches Paradies.

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