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Oktober 22, 2007

Asturiana mit Kim Kashkashian im Berliner Radialsystem V

Geposted in: Konzerte, K√ľnstler

Ich mag es, wenn das darum-herum stimmt. Schönes Licht, eine angenehme Bestuhlung und ein Raum, der wenigstens ein wenig zum Träumen einlädt, sind für ein stimmiges Konzert keine Marginalien. Ich meine das ganz im Sinne von Bill Viola, der oft von Museen verlangt, dass rund um seine spektakulären Videoinstallationen genügend dunkler Raum vorhanden sei, sodass sich Paare dort zum Knutschen niederlassen können. Für ein sinnliches Kunstwerk sollte eben auch der Darstellungsraum über eine gewisse Sinnlichkeit verfügen. Aber klar, die Musik selbst sowie eine perfekte Akustik sind die wichtigeren Bestandteile - und man kann nur in den seltensten Fällen alles auf einmal haben. Wenn doch, dann ist es ein Glücksfall. So geschehen am vergangenen Freitag im Radialsystem V in Berlin.

Am Abend dieses Tages hatte ich eigentlich gar keine Zeit für Musik, weil eine Freundin ihren 40. Geburtstag feierte. Nur wollte ich mir Kim Kashkashian und Robert Levin mit ihrem Programm Asturiana (seit kurzem auch auf CD, ECM 476 6149) auf keinen Fall entgehen lassen. Spanische und argentinische Volkslieder von de Falla, Granados, Ginastera, Montsalvatge, transkribiert für Viola und Klavier - das klang mir zu sehr nach stimmungsvoller Melancholie, nach leidenschaftlich-elegischer Novembertraurigkeit, als das ich mich dem hätte entziehen können. Und es wurde tatsächlich ein erlesenes Konzert, ein Abend an dem, bis hin zu den eingangs angesprochenen Rahmenbedingungen, einfach alles stimmte (ich habe niemanden gesehen, aber auch dunkle Ecken waren vorhanden…). Schon lange genießt Kim Kashkashian als unvergleichliche Violaspielerin Weltruhm. Aber so ein äußerliches Attribut ist keine Vorbereitung auf die exquisite Kantabilität, auf die dunklen Gesänge von Liebe und Traurigkeit, die sie ihrem Instrument entlockt. Und Robert Levin, ein klassischer Pianist mit Schwerpunkt Alte Musik, offenbarte an der Seite seiner langjährigen musikalischen Partnerin eine Seele, die in Wahrheit irgendwo im Zwischenreich von Tango und Jazz zu wohnen scheint.

Das war echtes Musikantentum, ein deftiges Auskosten der Spannung zwischen Momenten feuriger Bravura und der innigsten, zartesten Pianissimo-Stille. Ein symbiotisches künstlerisches miteinander verwachsen sein zweier außergewöhnlicher Könner. Musik, wie man sie sich spätnachts im Juli auf einer Madrilenischen Plaza erträumen würde…


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