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November 11, 2007

Yellow Lounge, 8. 11. Überwältigende Location, falsche Musik

Geposted in: Konzerte, Künstler

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Es war glorreich - auch wenn ich diesmal nicht aufgelegt habe :-).

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Eine der stärksten Yellow Lounges der letzten Zeit. Ein rauschhafter, fast perfekter Abend - allerdings mit Schönheitsfehlern, siehe weiter unten - der mir mal wieder eine erstklassige Gelegenheit liefert, meiner Obsession mit dem drum-herum (siehe auch: Asturiana im Radialsystem, Beitrag vom 22.10.) zu frönen.

Den Abend groß gemacht hat zuerst die Location: Der Berliner Club Berghain ist ein echtes “Theatre of Dreams”, ein mehrgeschossiger, grandios verfallener industrieller Traum-Raum, der genau die Atmosphäre erzeugt, die eine Yellow Lounge zum Gänsehauterlebnis werden läßt. Da drin hätte man auch Blade Runner drehen können. Wenn dann noch, wie in diesem Fall, die DJ-Sets auch gegen Stimmengewirr gut klingen, weil die Soundanlage in der Lage ist, nicht nur Bässe, sondern auch ein paar musikalische Feinheiten zu vermitteln, und selbst der Orchesterklang sich gut in die verwinkelte Steinarchitektur einpaßt, dann muss nur noch die richtige Mischung aus Nerds und avantgardistischer Partycrowd zusammenkommen. So wie an diesem Abend, der echten Glamour austrahlte.

Der Schönheitsfehler: Die Musikauswahl des ansonsten inspiriert aufspielenden Mahler Chamber Orchestra. Ich bin wahrlich kein großer Freund der Moderne, aber hier hätte ich mir für einmal gewünscht, Xenakis zu hören. Oder Ligeti. Oder Silvestrov. Hier hätten solche Klänge gepasst und ihre volle Live-Magie entfalten können. Mit Kolja Blacher (der im Berghain auch die Leitung hatte) als Solist hat das MCO 2006 Bergs Violinkonzert auf CD veröffentlicht, gemeinsames Repertoire in dieser Richtung wäre also vorhanden gewesen.

Im Umkehrschluß muss man sagen, dass ein Schumann-Violinkonzert in dieser Atmosphäre betulich und ein wenig beliebig wirkte. Das hätte auch mit dem zweiten Set, Mozarts Jupiter-Symphonie, passieren können, aber das Orchester spielte den letzten Satz mit irrwitzig mitreißendem Verve, sodaß man dieser Gefahr zumindest zuletzt noch entkam. Mozart “rockte” förmlich unter den Händen des Orchesters, das eindeutig von der Magie des Abends angesteckt wurde.


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